Archiv für Februar 2015

Hier ein kurzer Verweis auf die Seite, über welche die Mobilisierung für den 1. Mai laufen wird. Dort findet ihr in Zukunft aktuelle Informationen die den ersten Mai betreffen. 1mai.blogsport.de

Antiimperialismus und die ,,Rote Fahne“

In dem Magazin ,,Rote Fahne“, dass sich selbst sozialistisch schimpft, erschien am 28.01.2015 ein Artikel über die PEGADA Demonstration in Erfurt (http://rotefahne.eu/2015/01/erfurt-nato-faschisten-hetzen-gegen-antifaschisten-und-friedensbewegung/) . Mit Bezeichnungen wie: ,,antifaschistisch“ oder ,,Friedensbewegung“ wird der Aufmarsch beschrieben. Die Gegendemonstrant_innen werden als ,,Nato-Faschisten“ betitelt und es wird skizziert, dass Imperialist_innen mit der USA- und der Israelfahne gegen den antiimperialitischen Widerstand hetzen würden.
Der Hohn gipfelt darin, dass die Autor_innen den Begriff ,,Querfront“ als Bezeichnung für die Gegendemstration verwenden, während die PEGADA ein Paradebeispiel für eine Querfront aus rechts und links war. Das Adjektiv ,,antiimperialistisch“ ist eines der wenigen, dass sie nicht treffender hätten wählen können. Denn unter diesem Dogma versteckt sich seit jeher Antisemitismus. Antiimperialismus bezeichnet ursprünglich eine politische Richtung aus der Zeit des Kalten Krieges, welche insbesondere die Nato-Staaten als „Agenten des Kapitalismus“ idendifizierte. Diese „kapitalistischen“ Staaten, welche zufällig die globalen Gegenspieler des Warschauer Pakts (http://www.geschichte-lexikon.de/warschauer-pakt.php) waren, kämpfen nach dieser Ideologie gegen „souveräne Völker“ bzw. Staaten, um sie der großen kapitalistischen Maschinerie einzuverleiben. So wurden unter anderem die Pogrome von Hebron 1929, bei denen hunderte Jüdinnen und Juden den Tod fanden, mit der internationalen Solidarität der Kommunisten belohnt, die jene als antiimperialistischen Aufstand begriffen. Dies führte letztlich zur Kumpanei mit Amin al Husseini, einem flammenden Antisemiten, der mit Hitler kollaborierte. Die Nazis heute sind ebenfalls engagierte Antiimperialisten (siehe Foto unten). Im Jahre 1968 fanden in Polen antisemitische Progrome statt, die die Souveränität Polens bewahren und den Sozialismus vorantreiben sollten. Dies sind klassische antiimperialistische Beweggründe, die in den Folgejahren 13.000 Jüdinnen und Juden zur Emmigration bewegten (http://www.univie.ac.at/unique/uniquecms/?p=2910).

Die gegenwärtige antiimperialistische Linke ist auf dem besten Weg, in diese unrühmlichen Fußstapfen zu treten. Die PEGADA Demonstration auch noch als antifaschistisch zu betiteln strotzt jeglichem Realitätsbezug. Nicht nur, dass auf der besagten Demo Nazis mitmarschierten und völkische Nationalisten gern gesehene Gäste waren, vereinten vorallem antiamerikanische Parolen das aufgebrachte Volk. ,,Raus aus der NATO“ hieß eine der zentralen Forderungen. Ob den Wutbürgern bewusst ist, warum die Nato ins Leben gerufen wurde, beziehungsweise wie diese operiert, ist zu bezweifeln (http://www.nato.diplo.de/Vertretung/nato/de/04/Ziele__Prinzipien/Ziele_20und_20Prinzipien.html). Eine Symbiose aus Stumpfsinn, blindem Aktionismus und relativierendem Radikalpazifismus bildete de Quintessenz des Auflaufes. Von fundierter Kritik keine Spur. Stattdessen wurde der Mob kontinuierlich mit regressiven Pseudoanalysen aufgeheizt: ,,Ami go home“ auf der antiimperialistischen Seite, der Schwur von Buchenwald auf der Seite der ,,Nato-Faschisten“. Ob die Insassen der deutschen Konzentrationslager der Parole ,,Ami go home“ im ,,antifaschistischen“ Sinne zugestimmt hätten? Die Deutschen hätten diese Parole wohl rühmlichst begrüßt.
Hätte Amerika im Jom Kippur Krieg nicht eingegriffen, gäbe es Isreal heute wohl nicht mehr (http://www.zeit.de/2013/37/jom-kippur-krieg-israel-1973/seite-2). Wäre nicht militärisch gegen den IS gehandelt worden, der im Begriff war, Kobane zu vernichten, dann wäre das kurdische Gebiet vermutlich in die Hände des IS gefallen. Dies sind Beispiele für die Notwenigkeit amerikanischer Politik und militärischer Intervention. Es sind Resultate aus der Ideologie der Befreiung, die dazu beitragen, Menschenrechte für immer mehr Menschen wahrnehmbar zu machen. Entgegen der weichgespülten Antikriegsargumentation handelt es sich nicht um Imperialismus oder ökonomische Interessen („Geld für Öl“).
Auf der PEGADA in Erfurt hörte man Aussagen wie :,, Ich habe nix gegen Amis, sondern gegen die Kultur“, oder ,,Deutschland muss souverän werden und sich von der Besatzung lösen“. Dass diese Argumente nationalistisch motiviert sind, ist offensichtlich. Die Angst, dass die deutsche Kultur kaputt geht oder eine fremde Kultur die Überhand gewinnt, oder die Forderung nach einem souveränen Deutschland, haben nichts mit Antifaschismus zu tun. Es sind stumpfe, nationalistische Vorwände, um sich offen antiamerikanisch zu äußern und das Bedürfnis nach einem starken, völkischen Kollektiv zu artikulieren, dass mit seinen ,,Feinden“ in Konkurrenz treten kann.
Unser Fazit: Die PEGADA Demonstration erhält zurecht die Bezeichnung ,,antiimperialistisch“. Mit Antifaschismus haben sie aber nicht das Geringste am Hut.
Am Ende haben wir noch einen Vorschlag für das Magazin ,,Rote Fahne“: Um eure antiimperialistische Ideologie besser und treffender zu repräsentieren, empfehlen wir eine Kleinigkeit im Namen zu verändern. Wie wäre es, wenn ihr die Farben der preußischen Flagge, wie sie auch auf der PEGADA Demo zu sehen war, zu eurer Flagge addiert und euch Schwarz-Weiß-Rote Fahne nennt?


Banner der ,,Aktionsgruppe Nordhausen“ – ,, Nationale Solidarität – Gegen: Krieg, Zionismus, Imperialismus“ (Quelle: Screenshot der Internetseite der Aktionsgruppe Nordhausen)