Archiv für März 2015

Thügida

Thügida, ein Naziaufmarsch geht auf Reisen.

Die Sügida-Bewegung, die jeden Montag in Suhl aufmarschierte änderte nach neun Wochen ihren Namen in Thügida. Die Intention dahinter war, dass der Naziaufmarsch nicht mehr ständig in Suhl stattfinden soll, sondern jede Woche in einer anderen thüringischen Stadt. Doch entgegen dieses Anspruches wird der zweite Aufmarsch der Thügida erneut in Erfurt stattfinden. Schon der erste Aufmarsch zeigte, das sich personell nicht viel veränderte. Die Nazis, die üblicherweise Montags nach Suhl fuhren, nahmen stattdessen nun die Strecke nach Erfurt. Die Veranstaltung wurde, wie schon die Sügida, von den bekannten Neonazis des Bündnis Zukunft Hildburghausen um Tommy Frenck organisiert. Unter den Sügida-Demonstranten war auch saalfelder Montagsdemoprominenz vertreten (Bild 1).

Die Redebeiträge waren durchzogen von Verschwörungstheorien über die BRD-GmbH, antisemitischen Anschuldigungen und Versuchen, die Angst vor dem Fremden biologisch zu rechtfertigen. Axel Schlimper von der ,,europäischen Aktion“ betonte zunächst, dass die BRD nur ein Wirtschaftsgebiet sei, dass von einer mafiösen Gruppe regiert werde und forderte die Anwesenden auf, für mehr völkische Souveränität zu kämpfen. Weiterhin betonte er seine Aversion dafür, dass Ministerpräsident Bodo Ramelow Mitglied im Arbeitskreis ,,Shalom“ ist. Diese Tatsache stieß bei den Zuhörern auf laute ,,Pfui!!“ Rufe und ist symbolisch für den ketzerisch antisemitischen Charakter der gesamten Veranstaltung. Weiterhin forderte er ein Programm für Europa, dass die ,,volksfeindliche Politik komplett ändert“ und erläuterte seine Angst vor der ,,eurasisch-negroiden-Mischrasse“ die von einer ,,Führungsschicht“ aus den Deutschen gezüchtet werden soll. Diese ,,Führungsschicht“ sieht er, getreu nach Coudenhouve Kalergi , in den europäischen Juden gefunden. Zur Krönung seines ohnehin schon grenzdebilen Auftritts vergleicht er noch eben den Menschen mit Hunden und Hühnern um zu Beiweisen, dass Rassen eben doch existieren.

Ein weiterer Redner war David Köckert aus Greiz. Wie gewohnt schreiend erklärte er, dass eben in Erfurt das Volk (durch die Politiker versteht sich) verraten werde und das es aufgrund dieser ,,Tatsache“ das richtige Aufmarschgebiet sei. Dann macht er, wie bei jedem seiner Auftritte, mit den immergleichen Phrasen Stimmung gegen Flüchtlinge. Doch viel Substanz war seinem Redebeitrag nicht abzugewinnen da er den Großteil seiner Redezeit dazu verwendete Parolen anzustimmen und die Massen ordentlich anzuheizen. Das kann er bekanntlich gut, der David.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Charakter des Aufmarsches nicht veränderte, es ist immernoch ein gruseliger Aufmarsch von Neonazis und ,,besorgten Bürgern“. Was sich änderte ist lediglich der Ort an dem die Barbaren aus dem thüringer Wald ihre hinterwäldlerische Aufklärungsaversion lautstark artikulieren.

Fazit: Ob Suhl oder Erfurt, ob Sügida oder Thügida, Naziaufmärsche sind an jedem Ort scheiße, also hin da und Stören!

Bilder:


Ob Sügida, Pegada oder Montagsmahnwache für die Volksgemeinschaft macht der gute Frank aus Pößneck so ziemlich alles.

Dieser Text ist aufgrund der Verständlichkeit nicht gegendert, jedoch schließt jede Bezeichnung die auf Personen abzielt alle Geschlechter ein.

,,Was tun wenns brennt ?“

Am Dienstag, dem 24.3.2015 findet 18:00 Uhr ein Vortrag der Roten Hilfe Südthüringen im Haskala in Saalfeld statt.

Dieser wird beleuchten, mit welchen Mitteln, Tricks und Methoden staatliche Institutionen wie der Verfassungsschutz oder die Polizei immer wieder versuchen antifaschistische Strukturen oder politisch aktive Menschen einzuschüchtern und mit Repressionen zu belegen. Gerade im Vorfeld von Großereignissen wie dem 1. Mai sind Hausdurchsuchungen und andere Repressionsformen keine Seltenheit.

Wie man mit eben diesen Umgehen und somit sich und andere schützen kann, wird im Vortrag aufgezeigt werden. Dabei soll auch geschaut werden, welche Strategien, Tipps und Tricks in der politischen Praxis helfen. Zudem wird erläutert, dass es sich bei der Roten Hilfe als Zusammenschluss um sich gegen Repressionen zu engagieren und Betroffene zu unterstützen um kein neues Phänomen handelt. Außerdem wird die Entstehung sowie Entwicklung der Solidaritätsorganisation aufgezeigt. Der Vortrag findet im Rahmen unser antifaschistischen Aktionswochen statt.

Hier nocheinmal der explizite Link zum Ankündigungstext der Roten Hilfe Südthüringen: ,,Was tun wenns brennt?“

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.

Vortrag Patriarchat und Patriarchatskritik

Am Donnerstag, den 05.03. um 18 Uhr, findet im Haskala in Saalfeld ein Vortrag zum Thema Patriarchat und Patriarchatskritik statt.
Hier ist der Ankündigungstext der referierenden Gruppe aus Jena:

Patriarchat und Patriarchatskritik – Das Elend hat kein Ende

Der Feminismus begleitet die bürgerliche Gesellschaft seit ihrer Entstehung. Er hat dabei viele Transformationen durchlaufen und seinen theoretischen Ansatz immer wieder gewandelt. Die Gruppe Odysseus aus Jena stellt die wichtigsten feministischen Ansätze dar und fragt, ob und wie sie die von ihnen als „patriarchal“ gekennzeichnete Gesellschaft korrekt beschreiben und kritisieren und somit auch abschaffen könnten, oder nur eine ideologische Umdeutung selbiger darstellen bzw. was ein Ansatz wäre dieses „Patriarchat“ vernünftig zu kritisieren.