Thügida

Thügida, ein Naziaufmarsch geht auf Reisen.

Die Sügida-Bewegung, die jeden Montag in Suhl aufmarschierte änderte nach neun Wochen ihren Namen in Thügida. Die Intention dahinter war, dass der Naziaufmarsch nicht mehr ständig in Suhl stattfinden soll, sondern jede Woche in einer anderen thüringischen Stadt. Doch entgegen dieses Anspruches wird der zweite Aufmarsch der Thügida erneut in Erfurt stattfinden. Schon der erste Aufmarsch zeigte, das sich personell nicht viel veränderte. Die Nazis, die üblicherweise Montags nach Suhl fuhren, nahmen stattdessen nun die Strecke nach Erfurt. Die Veranstaltung wurde, wie schon die Sügida, von den bekannten Neonazis des Bündnis Zukunft Hildburghausen um Tommy Frenck organisiert. Unter den Sügida-Demonstranten war auch saalfelder Montagsdemoprominenz vertreten (Bild 1).

Die Redebeiträge waren durchzogen von Verschwörungstheorien über die BRD-GmbH, antisemitischen Anschuldigungen und Versuchen, die Angst vor dem Fremden biologisch zu rechtfertigen. Axel Schlimper von der ,,europäischen Aktion“ betonte zunächst, dass die BRD nur ein Wirtschaftsgebiet sei, dass von einer mafiösen Gruppe regiert werde und forderte die Anwesenden auf, für mehr völkische Souveränität zu kämpfen. Weiterhin betonte er seine Aversion dafür, dass Ministerpräsident Bodo Ramelow Mitglied im Arbeitskreis ,,Shalom“ ist. Diese Tatsache stieß bei den Zuhörern auf laute ,,Pfui!!“ Rufe und ist symbolisch für den ketzerisch antisemitischen Charakter der gesamten Veranstaltung. Weiterhin forderte er ein Programm für Europa, dass die ,,volksfeindliche Politik komplett ändert“ und erläuterte seine Angst vor der ,,eurasisch-negroiden-Mischrasse“ die von einer ,,Führungsschicht“ aus den Deutschen gezüchtet werden soll. Diese ,,Führungsschicht“ sieht er, getreu nach Coudenhouve Kalergi , in den europäischen Juden gefunden. Zur Krönung seines ohnehin schon grenzdebilen Auftritts vergleicht er noch eben den Menschen mit Hunden und Hühnern um zu Beiweisen, dass Rassen eben doch existieren.

Ein weiterer Redner war David Köckert aus Greiz. Wie gewohnt schreiend erklärte er, dass eben in Erfurt das Volk (durch die Politiker versteht sich) verraten werde und das es aufgrund dieser ,,Tatsache“ das richtige Aufmarschgebiet sei. Dann macht er, wie bei jedem seiner Auftritte, mit den immergleichen Phrasen Stimmung gegen Flüchtlinge. Doch viel Substanz war seinem Redebeitrag nicht abzugewinnen da er den Großteil seiner Redezeit dazu verwendete Parolen anzustimmen und die Massen ordentlich anzuheizen. Das kann er bekanntlich gut, der David.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Charakter des Aufmarsches nicht veränderte, es ist immernoch ein gruseliger Aufmarsch von Neonazis und ,,besorgten Bürgern“. Was sich änderte ist lediglich der Ort an dem die Barbaren aus dem thüringer Wald ihre hinterwäldlerische Aufklärungsaversion lautstark artikulieren.

Fazit: Ob Suhl oder Erfurt, ob Sügida oder Thügida, Naziaufmärsche sind an jedem Ort scheiße, also hin da und Stören!

Bilder:


Ob Sügida, Pegada oder Montagsmahnwache für die Volksgemeinschaft macht der gute Frank aus Pößneck so ziemlich alles.

Dieser Text ist aufgrund der Verständlichkeit nicht gegendert, jedoch schließt jede Bezeichnung die auf Personen abzielt alle Geschlechter ein.