Archiv für Juni 2015

Christopher Street Day in Jena?

Was war da denn los?!

CSD Jena #lovewins

Es #laeuftnicht für Nazis in Jena

Am 27.Juni 2015 wollten es 112 verballerte Nazis aus dem Umfeld der antisemitischen und rassistischen „Europäischen Aktion“ und „Thügida“ in Jena mit einem Aufmarsch versuchen. Dieser als „Trauermarsch“ getarnte Versuch, seit 2007 erstmals wieder einen Naziaufmarsch in Jena durchzuführen, scheiterte ein weiteres Mal kläglich und fiel zur Freude aller Gegendemonstrant_innen mit einem „wet-t-shirt-contest“ des ausgebremsten „weißen Blocks“ buchstäblich ins Wasser.

Bis zu 1800 Gegendemonstranten waren ab 5:40 Uhr auf den Beinen und vermießten den Krautköpfen gewaltig – und dabei doch so friedlich – mit mehreren Blockaden auf ihrer Route die Tour. Die Polizei schirmte das Häufchen Elend auf dem Seidelparkplatz weiträumig ab, doch an allen Zufahrtswegen zum Sammelplatz der Nazis zeigten Gegendemonstrat_innen, was sie von diesem Kartoffelauflauf hielten. Nämlich nix.
Eine weitere Niederlage für den braunen Mob dürfte wohl die geringe Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewesen sein, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf die für Hohn und Spott sorgenden Auflagen des Anmelders Ringo Köhler aus Piesau zurückführen lässt.

Ringo Köhler auf Facebook

Was war da los? Finden die Kameraden denn etwa Disziplin und Ordnung nach Führerprinzip inklusive Ausschluss auf einmal uncool?! ;)
Umso cooler fanden sich dafür womöglich die Trauergestalten des „weißen Blocks“ an der Spitze der „Demo“, allen voran unser allseits geliebter Montagsmahnwachenspinner Ralf Gabel aus Saalfeld, die so unglaublich tapfer dem strömenden Regen getrotzt und damit für weitere Lacher bei allen Umstehenden gesorgt haben.

Der
Der „weiße Block“ mit Ralf Gabel in der Mitte

Der „wet t-shirt contest“ (im Nazisprech: Nasser T-Hemd-Wettbewerb) war neben der Verhinderung des Nazisaufmarsches wohl das Highlight des ganzen Tages. Ein gutes Dutzend strammer Männer, die durch ihre nassen weißen Hemden ihre Hühnerbrust bzw. den Bierbauch dezent zur Schau trugen, waren ein himmlicher Anblick. So manch eine böse Zunge twitterte gar von einem CSD (Christopher Street Day) auf den Straßen von Jena. Dass die „Europäische Aktion“ so ihre Bewunderung für die am Vortag in den USA legalisierte Homoehe zum Ausdruck bringt, hätte sicher keiner von uns erwartet.
Aber mal im Ernst: Das, was sich da wieder in Jena auf dem „Trauermarsch“ zusammengerottet hat, war eine Melange aus organisierten Nazischlägern, Rassisten, Antisemiten, homophoben Arschlöchern und anderen an Zwangsstörung leidender Möchtegern-Führer. Das neonazistische Netzwerk, welches sich dort versammelte, reicht von Saalfeld über Bamberg, nach Greiz, Kahla, Nordhausen, Erfurt, Weimar, Jena… und war ein widerlicher Auszug dessen, was am 1.Mai 2015 in Saalfeld aufmarschierte und mehrere Menschen ins Krankenhaus prügelte und verletzte. Umso schöner war es, dass das breite #laeuftnicht – Bündnis es geschafft hat, diesen Naziaufmarsch zu verhindern und den verwirrten Rübenköpfen eine Abfuhr zu erteilen.

Naziaufmärsche verhindern – Nicht nur in Jena, sondern überall!

LÄUFT NICHT! Aktionstag gegen den Naziaufmarsch in Jena

Naziaufmarsch? Läuft nicht!

Läuft nicht! Am 27. Juni gemeinsam gegen den Nazi-Aufmarsch in Jena

Am 27. Juni 2015 wollen Neonazis in Jena aufmarschieren. Start ihrer “Gedenkdemonstration” ist um 10 Uhr am Seidelparkplatz, von dort aus soll es weiter Richtung Jena-Ost gehen. Teilweise würden sie damit auf einer Strecke laufen, auf der im April 1945 Buchenwald-Häftlinge auf einem der Todesmärsche getrieben wurden.
70 Jahre nach der Befreiung von Faschismus und Krieg gilt es, sich den Neonazis entgegen zu stellen!
Was Neonazis unter “Kampf um die Straße” verstehen, zeigte sich erst kürzlich – am 1. Mai in Thüringen. Ca. 40, dem JN-Spektrum zuzurechnende Neonazis überfielen eine Kundgebung des DGB in Weimar. Am selben Tag wurden in Saalfeld mehrere Punks brutal durch Teilnehmer der Nazi-Demonstration “Der III. Weg” zusammengeschlagen. Die Ausübung von Gewalt gegen Andersdenkende ist Teil der neonazistischen Ideologie.
Das Motto für die “Gedenkdemonstration” der Neonazis soll an Kirsten Heisig, eine Richterin aus Berlin erinnern. Sie wurde mit dem “Neuköllner-Modell” bekannt, das ein beschleunigtes Gerichtsverfahren bei kleineren Delikten jugendlicher Straftäter vorsieht. Kirsten Heisig beging am 28. Juni 2010 Selbstmord.
Die rassistische Mobilmachung der Neonazis liegt auf der Hand: anknüpfend an das „Neuköllner-Modell“ werden Menschen mit Migrationshintergrund nun durch Neonazis als vermeintlich „kriminelle Ausländer“ rassistisch diskriminiert, die Beschleunigung von Strafverfahren und schnelle Abschiebungen gefordert.
Damit wird der Selbstmord Kirsten Heisigs missbraucht.
Angemeldet wurde die Demonstration von Ringo Köhler aus Piesau, der maßgeblich für die „Freiheit für Wolle“-Kampagne verantwortlich ist, mit der Geld für Ralf Wohlleben, mutmaßlicher NSU-Unterstützer, gesammelt wird. Köhler war bei der Organisation des “Thüringentages der nationalen Jugend” in Kahla beteiligt, ist als einer der maßgeblichen Akteure des zwischenzeitlich aufgelösten „Freien Netz Saalfeld“ bekannt und seit Monaten bei den wöchentlich stattfindenden SÜGIDA / THÜGIDA Demonstrationen aktiv. Wegen Neonazi-Symbolen und Körperverletzung an linken Jugendlichen wurde er jeweils zu einer Geldstrafe verurteilt.
Stellvertretender Versammlungsleiter soll Axel Schlimper, „Gebietsleiter“ der „Europäischen Aktion“ Thüringen sein, die der neonazistischen Partei „Der III. Weg“ nahe steht. Schlimper stammt aus der Nähe von Sonneberg, wettert auf Thügida-Demonstrationen gegen vermeintliche “Rassenvermischung” und gegen Juden in Europa. Ebenso schwadronierte er bei einem Neonazi-Aufmarsch am 23.März 2015 in Erfurt über “geheime Pläne” gegen das deutsche Volk: “Eine eurasisch-jüd… negroide Mischrasse soll aus uns gezüchtet werden”. Er fordert die Abschaffung des Volksverhetzungsparagraphen. Ihm gehört der Lautsprecherwagen, der seit Monaten auf fast jeder Thüringer Neonazi-Demonstration eingesetzt wird.
Beworben und angekündigt wurde die Demonstration vom Greizer NPD-Stadtrat David Köckert, dem Kontakte ins „Blood & Honour“-Umfeld nachgewiesen werden können. Köckert tourt seit Monaten unter den Pegida-Ablegern „Sügida“/ „Thügida“ oder unter der Flagge der NPD durch Thüringen. Während das „Freie Netz Jena“ bereits bei den Bürger_innen-Versammlungen in Jena-Winzerla und Jena-Lobeda vergeblich versuchte, das Stimmungsbild zu beeinflussen, starten sie nun mit ihrem Aufmarsch einen weiteren Anlauf ihrer rassistischen Hetze.
Ein breites Bündnis sagt dazu: „Läuft nicht!“ Stellen wir uns gemeinsam gegen Antisemitismus, Faschismus, Rassismus und neonazistische Hetze! Beteiligt euch an den Protesten gegen den Neonazi-Aufmarsch am Samstag, 27. Juni in Jena!

Weitere Infos findet ihr auf : jg-stadtmitte.de/nonazis/

Rassismus in Jena: Rechtsradikale überfallen ausländische Studenten

via SPIEGEL ONLINE

Brutaler Angriff in der Nacht: Mehrere polizeibekannte Rechtsradikale haben drei ausländische Studenten in Jena schwer verletzt. Die Polizei stufte den Überfall zunächst als Schlägerei ein – ohne rassistischen Hintergrund.

Eine Gruppe von neun bis zwölf Jugendlichen attackiert in der Nacht zu Dienstag mehrere Studenten in Jena. Sie treten auf die Inder ein, schlagen sie und werfen sie zu Boden, einen greifen sie mit einer Bierflasche an. Die Polizei wird gerufen und stuft den Vorfall zunächst als gefährliche Körperverletzung ein – ohne rassistischen Hintergrund. Doch im Nachhinein stellt sich heraus: Wahrscheinlich hat es sich um eine brutale Attacke ortsbekannter Rechtsradikaler gehandelt.

Die Angreifer hätten bei dem Überfall den Hitler-Gruß gezeigt und „Ausländer raus“ gerufen, berichtet die „Ostthüringer Zeitung“ unter Berufung auf Schilderungen der Studenten. Einer der Studenten habe sich bei dem Angriff den linken Unterkiefer gebrochen, so dass er ins Krankenhaus musste. Bei der Polizei sei die Tat am nächsten Tag trotz vorgelegter medizinischer Befunde „stark angezweifelt“ worden, heißt es in dem Bericht.

Die Polizei stufte den Vorfall vorerst als gefährliche Körperverletzung ein. Es habe vor Ort keine Anhaltspunkte für einen fremdenfeindlichen Hintergrund gegeben, hieß es. Auch seien die Verletzungen nicht als so gravierend eingeschätzt worden, dass sie ärztlich behandelt werden müssten. Die Landeseinsatzzentrale bestätigte, dass einige der aufgegriffenen Jugendlichen polizeibekannt seien. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/rassismus-in-jena-rechtsradikale-ueberfallen-studenten-a-1039900.html