Plauen 17.12. Antifademo „Den III. Weg zerschlagen – den Nazis die Homezone streitig machen!“

Die Verhältnisse in Sachsen sind nach rechts gerückt. Zwar Ausdruck einer gesamtdeutschen Tendenz, sticht das Bundesland dennoch heraus – mit einer weit verbreiteten pogromartigen rassistischen Stimmung, einer von Justiz und Zivilgesellschaft kaum ernsthaft behelligten neonazistischen Erlebniswelt und einer seit mehr als 25 Jahren stramm rechtskonservativen Regierungs- und Institutionslandschaft. Vor Ort bedeutet das, auch in Plauen: Kameradschaften und Bürgerwehren agieren immer selbstbewusster, der III. Weg inszeniert sich als Sammelbewegung rechts der NPD und zu den Tönen von AfD, DSU, NPD und “die Rechte” sammelt sich das Wutbürgertum mit dem Willen zum Pogrom.

Rückblende: Im Winter 2015/16 schaffte es Plauen durch die rechte Bürgerbewegung “Wir sind Deutschland” in die bundesweiten Medien. Zwar hat sich das rechte Wutbürgerbündnis nach der drastischen Schrumpfung der Teilnehmer*Innenzahlen nun weitestgehend in seine Bestandteile zerlegt. Parallel dazu fand jedoch eine Radikalisierung statt. Was bisher ein Sammelbecken von Querfront-Aktivist*Innen, Verschwörungstheoretiker*Innen und Rechtspopulist*Innen war, öffnet sich immer mehr ins offen neonazistische Milieu. Mit der Gründung der bürgerwehrähnlichen “Heimatschutzbrigade” ist (siehe Bautzen, Heidenau, Freital) eine Eskalation zu befürchten und mit der Gruppe “Für unser Vogtland” gehen die Restbestände des “Wir sind Deutschland”-Personals nun offen einen Pakt mit der neonazistischen Partei “der III. Weg” ein.

Schon seit über zwei Jahren ist Plauen einer der Schwerpunkte der Aktivitäten der neonazistischen Partei “Der III. Weg”. Zwar hat die Partei äußerst geringe Mitgliederzahlen, doch hohe Mitgliederzahlen sind auch gar nicht ihr Ziel. “Der III. Weg” ist eine nationalsozialistische Kaderorganisation, die politisch fitte und engagierte Neonazis an sich binden will, um eine straffe Organisation und eine hohe Quote an öffentlichkeitswirksamen Aktionen zu erreichen. Mit Kampagnen gegen das Grundrecht auf Asyl dient die Organisation als Stichwortgeber für rassistische Übergriffe und Brandanschläge im ganzen Bundesgebiet. Sie ist international bestens mit militanten neonazistischen Gruppen (z.B. Chrysi Avgi aus Griechenland & National Action aus England) vernetzt und fordert offensiv ein System nach dem Vorbild des NS-Regimes. Mittlerweile wurden sogar Verbindungen zum neonazistischen “Azov”-Regiment in der Ukraine aufgedeckt, in dem sich Nazis aus ganz Europa an den Waffen ausbilden lassen. Zum 1. Mai 2016 führte der “III. Weg” bereits zum zweiten Mal in Plauen eine rechte Großdemonstration mit etwa 800 Teilnehmenden durch. Am Rande kam es zu Übergriffen, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden.

Mehrere Führungskader wie Tony Gentsch (ex-Hammerskin, Fränkische Aktionsfront, Freies Netz Süd) und Patrick Fehre (ex-NPD Berlin) wohnen in Plauen, mit Rico Döhler und Kevin Panke sind zwei weitere Hauptfiguren des III. Wegs im nahegelegenen Auerbach ansässig. Vor allem in den Stadtteilen Haselbrunn und Preißelpöhl ist eine rechte Vorherrschaft mit allen Bestandteilen einer neonazistischen Erlebniskultur bittere Realität. Übergriffe geschehen regelmäßig, eine rechts dominierte Kneipenlandschaft mit den hauptsächlich von Neonazis und rechten Hools frequentierten Läden “Michl’s Rockbar” (Pausaer Straße), Getränkemarkt Hübner (August-Bebel-Straße) und Bowlingwelt (Karolastraße) sowie ein Thor-Steinar-Laden in der Jößnitzer Straße sorgen für ein tiefbraunes Rückzugsgebiet. Alternative/linke Menschen sowie Migrant*Innen und Geflüchtete sind in Haselbrunn und Preißelpöhl Drohungen, verbalen Attacken bis hin zu physischen Angriffen ausgesetzt. Seit der Stadtteil Haselbrunn Wohnort von mehreren III.Weg-Kadern ist, stieg dort die Anzahl der Übergriffe und Propagandaaktivitäten deutlich an!

Mit der Demonstration am 17.12. wollen wir, Antifaschist*Innen aus Plauen und Umgebung, dahin gehen wo es den Nazis weh tut – in ihre vermeintlichen Rückzugsräume und Kieze. Wir werden weiterhin dafür sorgen, dass Gentsch, Fehre und ihr Fußvolk ihren Aktivitäten weder ungesehen noch ungestört nachgehen können – wir werden es zu verhindern wissen, dass sich vor unserer Haustür eine rechte Hegemonie herausbildet und nicht-rechte Menschen sowie Geflüchtete Angst um ihr Leben haben müssen. Ihr könnt noch so sehr in euren Hinterzimmern eurer Deutschtümelei nachgehen – wir haben euch im Auge und sind mit euch noch lange nicht fertig.

You better watch your back(yard)!
Antifa in die Offensive!
Den Nazis die Homezone streitig machen!
III. Weg zerschlagen!

Startpunkt der Demo: 14.30 am Oberen Bahnhof.


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