1. Mai 2017 – Gera – Das Hinterland aufwühlen! Den III.Weg stoppen!

Wir als Antifaschistischen Jugendbündnis Saalfeld teilen und unterstützen den Aufruf von GERA AUFWÜHLEN! und mobilisieren zum antifaschistischen Protest gegen den Naziaufmarsch vom III.Whack am 1.Mai 2017:

Aufruf

Am 1. Mai will in Gera der rassistisch-nationalistische Mob der als Partei getarnten Organisation Der III. Weg um das ehemalige Freie Netz Süd aufmarschieren. Die Partei Der III. Weg folgt rhetorisch, inhaltlich und in ihren Aktionen der Agitation „Freier Kameradschaften“ und gibt sich antikapitalistisch. Die Losung „Kapitalismus zerschlagen – für Familie, Heimat, Tradition“ im Aufruf macht dabei deren völkischen, antifeministischen und reaktionären Charakter mehr als deutlich.

Ersichtlich wird dies auch in ihren Publikationen, in denen kein Hehl aus den miteinander verwobenen rechten Ideologieelementen gemacht wird. Von einem Geschichtsrevisionismus, der deutsche Täter*innen zu Opfern verklärt, über verdeckten und offenen Antisemitismus mit dem Aufruf zum Boykott israelischer Waren, bis hin zu massiver Fremdenfeindlichkeit, die sich in Propaganda gegen aus ihren Geburtsregionen geflüchteten Menschen ausdrückt.
Doch welche Inhalte verfolgen die Nazis in ihrem Programm konkret? Als Hauptziel des III. Wegs wird die Errichtung eines „deutschen Sozialismus“ genannt. Angeblich würde sich dieser gegen das vermeintliche „Gleichmachen“, etwa eines Sozialismus kommunistischer Prägung, wenden. Tatsächlich richtet sich diese Idee jedoch vor allem gegen die freiheitliche Gesellschaft und eine Pluralität der Lebensentwürfe. Der III. Weg will angeblich „die Persönlichkeit fördern und fordern“, allerdings, um „bei jedem Einzelnen die größtmögliche Schaffenskraft für das gesamte Volk zu erreichen“. Der hier immanente Volksgedanke gepaart mit der Forderung nach einem starken Staat lässt Analogien zu den Wahnvorstellungen einer „Herrenrasse“ im dritten Reich erkennen: Eine Aufwertung des „deutschen Volkes“ kann nur durch Ausgrenzung und Abwertung anderer funktionieren. Dass wir es beim III. Weg mit einer biologistisch argumentierenden Variante des Nationalsozialismus zu tun haben, zeigt auch der Wunsch nach der „Erhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkes“ – neben der größenwahnsinnigen Forderung der „Wiederherstellung Gesamtdeutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen“.
Wenn also die Partei Der III. Weg am 1. Mai aufmarschiert, dann treten sie nicht mit der Forderung nach tatsächlichem Sozialismus oder Antikapitalismus auf, sondern im Sinne eines menschenverachtenden Nationalsozialismus mit direkten inhaltlichen Bezügen zu den damaligen Positionen der Nationalsozialisten.
Wenngleich die Betonung der Nazis auf Werten wie „Tradition“ liegt, haben sie keinerlei Beziehung zur historischen Entstehung der 1.-Mai-Proteste, waren diese doch ausgerichtet von heterogenen Gruppen der Anarchist*innen, Sozialist*innen, Kommunist*innen, Gewerkschafter*innen und anderer Arbeiter*innen jeglicher Herkunft, die in die Planungen und Umsetzung der Streiks von 1886 und Aktionen in diesem Kontext involviert waren. Uns ist hinlänglich bewusst, dass die Geschichte um die Entstehung und Fortführung des 1. Mais nicht unkritisch betrachtet werden sollte. Ebenso halten wir den oft verwendeten Terminus einer „Arbeiter*innenklasse“ für durchaus diskussionsbedürftig. Dennoch steht dieser Tag in einer Geschichte des weltweiten Kampfes gegen die Ausbeutung der Menschen durch den Kapitalismus und die Einschränkung der Freiheit durch verschiedenste reaktionäre Akteur*innen, ganz gleich, ob Nazis in der „Tradition“ von 1933 versuchen, diesen Kampf als „nationalen“ zu
instrumentalisieren.
Nach Saalfeld und Plauen haben sich die Neonazis des III. Wegs dieses Jahr Gera ausgesucht. Vor allem kleinere (Groß-)Städte und Dörfer sind sehr beliebt für Aufmärsche und als Propagandaorte für die Neonazis. In solchen Orten erfahren sie meist mehr Rückhalt und treffen auf weniger Gegenwehr. In dieser Atmosphäre kann an sozial schwache Strukturen, prekäre Arbeitsverhältnisse, allgemeine Unsicherheiten sowie Frustrationen leicht angeknüpft werden. Durch die Abstiegs- und Verlustängste vieler Menschen müssen (vermeintlich) Schwächere als Sündenböcke herhalten. Gleichzeitig werden angebliche Strippenzieher als Feinde des Volkes stigmatisiert. Der Wunsch nach einfachen Lösungen komplexer Themen und die Sehnsucht nach dem „starken Staat“ machen es den Neonazis leicht, mit ihren Ideologiefragmenten auf Zustimmung zu stoßen. Dabei kommen ihnen sogar noch die Auswirkungen eines kapitalistischen Systems zugute, indem sie mit verkürzten und symbolischen Darstellungen Stimmung machen können.
Wir wollen die Provinz aufwühlen. Wir sehen es nicht ein, dass die Neonazis heute oder an einem anderen Tag unbehelligt beziehungsweise sogar unter Zustimmung von Teilen der Bevölkerung ihrer Hetze Raum geben und ihr Agitationsfeld weiter ausdehnen können. Überall dort, wo der III. Weg in der Vergangenheit erfolgreich aufmarschieren konnte, haben sich Strukturen gebildet und verfestigt, wurden Ortsverbände oder Bürger*innenbüros gegründet. Rassismus und Nationalismus sind in viel zu vielen Alltagsbereichen eine Normalität, die sich immer offensiver äußert und welcher das Fundament entzogen werden muss. Wir wollen und müssen unterdrückenden Ideologien, die sich gegenseitig beeinflussen und stärken, entgegenwirken. Wir können nicht nur einzelne Fragmente überwinden. Es bedarf einer antikapitalistischen Gegenbewegung, die auf Pluralität setzt und gleichzeitig alle Herrschaftsformen in den Blickwinkel der Kritik rückt. Vom Antisemitismus, über den Kulturalismus, die LGBTIQ*- Feindlichkeit, den Sexismus, bis hin zum ethnozentrischen Rassismus sind diese zugleich alle Elemente rechter Ideologie.
Die falsche „Gesellschaftskritik“ des III. Wegs darf nicht unwidersprochen bleiben. Eine Kritik an den herrschenden Verhältnissen muss eine Reflexion über ausschließende Menschenbilder ebenso beinhalten wie eine stetige Selbstkritik und Selbstreflexion unseres Handelns und Denkens, um sich solcher Ideen, wie sie die III.-Weg-Nazis propagieren, zu erwehren. Dabei darf vor zivilgesellschaftlichen Strukturen, Vereinen, Parteien und Verbänden nicht Halt gemacht werden. Wenn also am 1. Mai der DGB, zu dem auch die Polizeigewerkschaft gehört, in vielen deutschen Städten erneut mit Parteien wie der CDU auf die Straße geht, muss allen klar sein, dass damit kein Missstand in seinen Ursachen angegangen wird – im Gegenteil. Die demokratischen gesellschaftlichen Bereiche müssen überdenken, mit wem sie Schulterschlüsse vollziehen. Sie begeben sich wiederholt in die komfortable Zone ritualisierten Protestes und bilden bedenkliche Allianzen mit den Institutionen, die gesellschaftlich verankerte Macht- und Diskriminierungsmechanismen (re-)produzieren.
Eine Demo ist keine Lösung dieser Probleme. Wir müssen Freiräume schaffen und unseren Umgang miteinander überdenken. Wir müssen Unterdrückung im sozialen Umfeld, der Schule, auf Arbeit, kurz gesagt in allen Bereichen des Lebens, entschieden zurückweisen. Gleichzeitig geht es darum, das Bewusstsein über ökonomische Abläufe zu verbreiten und zu erweitern und der Verwertungslogik entgegenzuwirken, sowie neue Formen des Miteinanders abseits von Kapitalakkumulation zu erforschen. Wenn wir ein gutes Leben wollen, dann müssen wir lernen, aufeinander zu achten und miteinander zu handeln, Herrschaft zu thematisieren und Wege ihrer Überwindung finden. Dazu gehört allerdings auch an Tagen wie dem 1. Mai den reaktionärsten Kräften entschieden entgegenzuwirken.
Wir wissen, dass die politischen Strukturen in den Provinzen, den Kleinstädten und ländlichen Regionen andere sind als in den Großstädten. Doch auch hier widersetzen sich Menschen aktiv menschenfeindlichen Einstellungen. Zeigt Solidarität mit denen, die dafür Tag für Tag ein teilweise existenzielles Risiko eingehen. Supportet die, die den manchmal aussichtslos scheinenden Widerstand gegen deutsche Zustände und Nazis wie die des III. Wegs auch abseits der Szenekieze leisten.Daher rufen wir zu unserer Demo am 1. Mai um 10 Uhr am Hauptbahnhof Gera auf. Lasst uns Inhalte zur Diskussion stellen, entschlossen und direkt sein. Lasst uns den Nazis den Raum nehmen, den sie für sich und ihre menschenverachtenden Einstellungen und Handlungen beanspruchen wollen.

Die Provinz aufwühlen, Antirassismus umsetzen und Solidarität leben.
Antifa bleibt auch Landarbeit.

Vortrag am 8. April 2017 : „Die gefälschten Protokolle der Weisen von Zion und ihre Verwendung durch Rechtsextremisten und Islamisten“

„Die gefälschten Protokolle der Weisen von Zion und ihre Verwendung durch Rechtsextremisten und Islamisten“ – Ein Vortrag von Dr. Michael Blume

Die Neonazi-Kleinstpartei „Der III. Weg“ warb längere Zeit mit den sogenannten „Protokollen der Weisen von Zion“. Auch in den Reihen der AfD wird sich positiv auf diese Fälschung bezogen: So hält zum Beispiel der Landtagsabgeordnete aus Baden-Württemberg Dr. Wolfgang Gedeon diese Protokolle für glaubwürdig. Doch nicht nur in äußerst rechten und verschwörungstheoretischen Kreisen hat die Schrift wieder Hochkonjunktur. In der arabisch-islamischen Welt erfährt das Buch ebenfalls zunehmende Verbreitung. In den gefälschten Protokollen der Weisen von Zion wird eine weltweite Verschwörung der Juden geschildert, zahlreiche antisemitische Welterklärungen gehen wesentlich auf diese Schrift zurück.

Was hat es mit diesen Protokollen auf sich? Wer erstellte sie tatsächlich? Seit wann existiert die Annahme einer jüdischen bzw. zionistischen Weltverschwörung? Diesen und weitere Fragen nimmt sich am 8. April um 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus (Am Hohen Ufer 8, 07318 Saalfeld) in seinem Vortrag der Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume an.

Zudem befasst er sich damit wie Verschwörungsglauben und Verschwörungstheorien entstehen und welche Gefahren von diesen ausgehen. Letztlich überführt er die „Protokolle der Weisen von Zion“, nach eingehender Überprüfung des Wahrheitsgehaltes, der objektiven Falschheit.

Anschließend bietet sich Raum für eine gemeinsame Diskussion mit Dr. Michael Blume und den Veranstaltenden, der evangelischen Kirche Saalfeld und dem Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.

Organisiert vom Bürger*innenbündnis Zivilcourage und Menschenrechte im Landkreis Saalfeld Rudolstadt – ZUMSARU – :

Gefördert und unterstützt wird die Veranstaltung durch:
Bundesprogramm
Demokratie leben!
Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit

MDR Dokumentation: Immobilien, Geld und Hassmusik –

Diese Dokumentation zeigt deutlich auf, in welchen Strukturen sich auch Saalfelder Neonazis der sogenannten „Anti-Antifa-Ostthüringen“ herumtreiben. Zum Beispiel sind Maximilan W. (21:58 min) und David H. (23.43 min) aus Saalfeld/Gorndorf am Einlass zum Nazi-Event „Rock gegen Überfremdung“ am 20. August 2016 in Kirchheim zu sehen. Über dieses Event und die Machenschaften von David H. berichtete die Rechercheplattform Thüringen Rechtsaußen.

Exakt – Die Story:
Nirgendwo gibt es so viele rechtsextremistische Konzerte, Liederabende und Festivals wie in Thüringen und Sachsen. Auf den Events geht es um Kontaktpflege – und um Geschäfte. .

MAKE RACISTS AFRAID AGAIN…AND AGAIN…AND AGAIN – SAALFELD, 18.02.2017

18022017hungry

Am 18.Februar 2017 will die rassistische, antisemitische und rechtsextreme Jammer- und Gewalttätertruppe von Thügida wieder durch Saalfeld ziehen. „Auge umd Auge – Dem antideutschen Terror eine Adresse geben“… hört hört. Der Mossad ist informiert und THE WALKING REDS are definitiv noch hungry!

Spaß beiseite:

Die Neonazis rund um David Köckert., Ralf Dieter G., Frank G. und Robert K. formulieren mit „Auge um Auge“ ein Kampfansage an die Zivilgesellschaft und antifaschstische Strukturen vor Ort. Dabei lassen sie völlig außer Acht, dass es vor dem 9. Januar 2017 immer wieder Naziübergriffe und Einschüchterungsversuche der sogenannten „Anti-Antifa-Ostthüringen“, sowie etliche rechtsextreme Demonstrationen im Landkreis gab. Der Hass und die Gewalt trafen Andersdenkende, Punks und Jugendliche, die als vermeintliche „Zecken“ identifiziert wurden. Unvergessen auch die massive Nazi-Gewalt am 1. Mai 2015 in Saalfeld, als mehrere junge Leute von ca. 80 Neonazis ins Krankenhaus geprügelt wurden.
Wir fragen uns ernsthaft, was wollen die mit dem Motto „Auge um Auge“? Haben denn nicht wir allen Grund stinksauer und wütend auf diese hasserfüllten Einpeitscher und Handlanger zu sein, die sich danach sehnen, als völkisches Kollektiv alle nicht-deutschen zu vertreiben, auszuweisen oder sie wieder in Viehwagons zu stecken?! Der Faschismus hat nicht mit den Gaskammern in Auschwitz begonnen, sondern mit genau solchen, von Hass und Ideologie zerfressenen Elendsgestalten, wie denen von Thügida, Pegida, AfD und Co.

Entgegentreten

Die Nazis wollen sich 16:00 Uhr am Bahnhof in Saalfeld treffen und von dort aus über die Saalebrücke und Saalstraße Richtung Markt marschieren. Gerade unter dem Motto „Auge um Auge“ ist mit einer noch größeren Gewaltbereitschaft der Faschisten zu rechnen. Außerdem führt die Naziroute direkt am Jugend- und Wahlkreisbüro von Katharina König (MdL Die Linke) in der Saalstraße vorbei. Vor ihrem Büro haben am 13. Februar 2017 schon die Anmelder für die Nazidemo am Samstag ein Poser-Foto geschossen und damit versucht, Katharina und ihre Mitarbeiter*innen einzuschüchtern.

Es kann außerdem davon ausgegangen werden, dass sich gewaltbereite Neonazis im Innenstadtgebiet treffen. Schließlich hat der Tag für sie ja ein schlagkräftiges Motto. Habt das im Hinterkopf und überlasst den Nazis nicht die Straßen, auf denen sie ihr menschenverachtendes Weltbild, Hass und Angst durchsetzen wollen. Dem gilt es entschieden zu begegnen!

Organize/Anlaufpunkte

Diese Woche wird nicht erst am Samstag spannend, sondern liefert schon ab Donnerstag ordentlich Input.

- Donnerstag, 16.02.2017: Vortrag der Roten Hilfe Südthüringen , 19:00 Uhr, SB1 (danach Solitresen!)

- Freitag, 17.02.2017: Kundgebung: Grundfragen der Republik sind kein Problem „rivalisierender Jugendgruppen“ der AG Gesellschaftskritik , 16:00 Uhr, Marktplatz Saalfeld

- Samstag, 18.02.2017: Gegenprotest!
Ab 15:00 Uhr: Kundgebung vor dem Klubhaus: „Kein Platz für menschenverachtendes Treiben im Kiez“
Ab 15:30 Uhr: Kundgebung auf dem Markt: „Marktplatz der Demokratie und Mitmenschlichkeit“

Wir sehen uns allerspätestens am 18.02.2017 in Saalfeld auf der Straße und in der Unterwelt – gegen Nazi-Hetze und Repression !
In Solidarität mit allen, die sich den Faschisten in den weg stellen!

STILL LOVING ANTIFA.
MAKE RACISTS AFRAID AGAIN.

Aktionskarte:

Karte Saalfeld 18.02.2017

Saalfeld: United we stand – Gegen Naziaufmärsche und Repression

Aufruf der Soligruppe „United we stand – Gegen Naziaufmärsche und Repression“

Am 9. Januar 2017 kam es in Saalfeld zu Protesten gegen einen Aufmarsch von ThüGIDA. (http://ajubs.blogsport.de/2016/12/29/make-racists-afraid-again/ ) Mehrere Dutzend Antifaschisten versuchten immer wieder auf die Route zu gelangen, um sich den Nazis in den Weg zu stellen. Im Zuge der Proteste wurde ein Antifaschist aus Saalfeld von der Polizei festgenommen. Der Vorwurf lautet gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch. Während sich Polizei, Medien und Nazis die Bälle in gemeinsamer Hetze gegen Antifaschisten zuspielen, ist es an der Zeit unsere Solidaritätsstrukturen auszubauen.

Saalfeld – Nazis rufen in den Wald rein…

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Übergriffen durch Neonazis in der Region. Gezielt versuchten sie Antifaschisten, Migranten oder Flüchtlinge einzuschüchtern, verbal und physisch zu attackieren und eine Drohkulisse aufzubauen. Jagdszenen am Tag auf Antifaschisten, abfotografieren von Besuchern des Klubhaus der Jugend, mit Baseballschlägern und Messern bewaffnete Nazibanden, Morddrohungen gegenüber Jugendlichen und Angriffe durch Nazis, ausgerüstet mit Flaschen und Mundschutz sind bislang die Versuche der Nazis in der Stadt fußzufassen , wie das Antifaschistische Jugendbündnis Saalfeld zu berichten weiß. (http://ajubs.blogsport.de/2016/04/30/time-to-act/) Einen medialen Aufschrei gibt es nicht und niemand zeigte sich empört, abgesehen von einigen wenigen lokalen Politkern und der antifaschistischen Szene vor Ort. Seit der Neonazidemonstration am 1. Mai 2015 in Saalfeld befinden sich die Faschisten in der Region wieder auf Konfrontationskurs. Hofiert werden sie dabei von einer Polizei, die nicht nur die Neonazigewalt verharmlost, sondern Opfer von Gewalttaten der Neonazis über die linke Szene aushorchen will. Diejenigen, die noch mittels Anzeige den rechten Gewalttätern beikommen wollten, sahen sich durch die Polizei Verhören ausgesetzt, die sich nicht gegen die Gewalttäter richteten, sondern diejenigen zum Ziel der Ermittlungen machten, die den Nazis aktiv entgegentreten. Bisher gelang es der Strukturen vor Ort die Angriffe der Nazis abzuwehren und sie aus der Stadt zurückzudrängen. Eine aktive Gegenwehr, bei denen die Leute in Saalfeld immer wieder zur Zielscheibe der staatlichen Verfolgungsbehörden werden.

… und es schallt zurück!

Dennoch lassen sich die Akteure vor Ort nicht einschüchtern und versuchen dem Naziterror auf der Straße etwas entgegenzusetzen. Antifaschistischer Selbstschutz ist dabei nicht nur im Saalfelder Alltag von Bedeutung, gerade bei Veranstaltungen, wie dem Aufmarsch von Neonazis am 9. Januar 2017. Im Nachgang der ThüGIDA-Veranstaltung soll es, will man dem medialen Aufschrei der Lokalpostillen Glauben schenken, zu einem Angriff auf Neonazis der ThüGIDA-Veranstaltung gekommen sein. Im Nachgang der Veranstaltung überschlug sich die Presse gerade so mit Skandalmeldungen. Einem auf dem Boden liegenden ThüGIDA-Teilnehmer – von einem gewaltbereiten Neonazis ist nirgendwo die Rede – soll auf den Kopf getreten worden sein. Die Polizei, in diesem Fall natürlich sofort zur Stelle, will einen vermeintlichen Täter ausgemacht haben. Nun wird unserem Genossen vorgeworfen, er wäre der gefährlichen Körperverletzung und des Landfriedensbruchs schuldig.

Polizei (Saalfeld), deines Feindes Helfer

Die Polizei nahm den Antifaschisten fest und steckte ihn einen Tag in Gewahrsam. Mittlerweile ist er unter Auflagen auf freiem Fuß. Aktuell hat das LKA die Ermittlungen übernommen, die ihre „Extremismus-Experten“ gegen den Antifaschisten ins Feld führt.
Wir sind uns sicher, dass es in diesem Fall ein hohes Interesse der Ermittlungsbehörden gibt, gegen ihn und auch gegen antifaschistische Strukturen vor Ort vorzugehen. Zeigen wir uns solidarisch mit Tony, allen anderen Saalfelder Antifaschist*innen und denjenigen, die sich den Nazis konsequent in den Weg stellen. Für das kommende Verfahren werden für Anwaltskosten, eventuelle Verfahrenskosten Gelder benötigt, deshalb könnt ihr unter den folgenden Kontodaten mit dem Verwendungszweck SAALFELD spenden.

Rote Hilfe Südthüringen
IBAN: DE53 4306 0967 4007 2383 53
BIC: GENODEM1GLS (GLS-Bank)